MATCH

16. Mai 2026 - 13. Juni 2026
Eröffnung am 16. Mai um 11 Uhr

Künstler:innen

Artists

ZENTIA KOMAD/ANNA VASOV

Eröffnung der Ausstellung am Attersee
am Samstag, dem 16. Mai um 11 Uhr

Das Spielfeld ist vorbereitet. 
Zwei Schwergewichte der Gegenwart stehen sich gegenüber. Die Austellung wird zur Bühne. Doch das Spiel hat nicht stattgefunden – oder ist bereits vorbei. Was bleibt, ist ein Zustand.
MATCH kuratiert Zenita Komad die Arbeiten von Anna Vasof und setzt damit die Bedingungen ihrer Begegnung. Das scheinbare Duell ist keine neutrale Konfrontation, sondern eine Inszenierung: Der Galerieraum wird durch die Markierung eines Tenniscourts zum Spielfeld, das Handlung, Regeln und Gegnerschaft impliziert. Indem das trennende Netz fehlt, wird das Feld zur gemeinsamen Kommunikationszone.Was wie ein klassisches Gegenüber erscheint, entzieht sich dieser Logik. Der Dialog wird sichtbar, zugleich aber in seiner Struktur infrage gestellt. Kommunikation erscheint nicht als geordnete Abfolge von Aktion und Reaktion, sondern als offener, instabiler Prozess. Sie ist nicht nur Austausch, sondern Transformation.Die Gegenüberstellung der Arbeiten schärft diese Verschiebung: Vasofs Kopf-Skulpturen auf Tripods wirken wie Versuchsanordnungen – funktional, reduziert, zwischen Experiment und Beobachtung. Komads Bricollagen hingegen operieren fragmentarisch: Körper erscheinen unvollständig, hybridisiert, offen. Bedeutung entsteht hier aus Lücken, aus dem Unfertigen.Während Komad im Zustand der Latenz arbeitet – Möglichkeiten anlegt, ohne sie zu schließen –, zeigt Vasof den Vollzug. Ihre Arbeiten funktionieren als Systeme, in denen Bedeutung im Moment der Durchführung als Ereignis hervortritt. Die scheinbar klare Logik von Ursache und Wirkung kippt ins Absurde: Das Innere kehrt sich nach außen, Denken wird physisch, der Körper zur Maschine.Das „Match“ wird so zu einer Abfolge von Sprechakten. Bedeutung entsteht nicht im Einzelnen, sondern im Dazwischen – in Resonanz und Verschiebung. Das Gegenüber ist kein Gegner, sondern notwendiger Bezugspunkt.MATCH beschreibt damit kein Kräftemessen, sondern ein Zusammenpassen: ein Aufeinandertreffen, das Differenz nicht auflöst, sondern produktiv macht. Ein solcher Dialog kann nicht gewonnen werden – er existiert nur, indem er fortgesetzt wird.